Leserbrief zum TT-Artikel „Gesetzlose auf zwei Rädern“

Zum TT-Artikel „Gesetzlose auf zwei Rädern“ hat unser Mitglied Martin Hauser im folgenden Leserbrief an die TT deutlich Stellung genommen:

Dieser Artikel fordert zum Schreiben eines Leserbriefes geradezu heraus.
Dass auch Radfahrer und -Innen sich an die Verkehrsregeln zu halten haben, ist widerspruchslos zu akzeptieren.
Dass aber im Gegenzug dazu die Übertretung von Verkehrsregeln durch Radfahrer in den allermeisten Fällen die wesentlich geringeren Folgen nach sich ziehen, sollte auch unbestritten sein. Da geht es auch um die Verhältnismässigkeit.
Wenn eine Radfahrerin besoffen mit dem Radl fährt, gefährdet sie sich in den meisten Fällen selbst.
Ich habe auch noch nie davon gehört, dass Radfahrer und -Innen mit 100kmh über den Südring hetzen, mit quietschenden Reifen einen „Kavalierstart“ hinlegen oder durch einen Frontalzusammenstofl den „gegnerischen“ Autofahrer tödlich verletzen.
Und dass Radfahrer und -Innen durch Autofahrer und -Innen wesentlich mehr gefährdet werden, als umgekehrt, ist wohl auch unbestritten.
Ich habe in den Medien in der Vergangenheit von keinem einzigen Fall gehört, wo ein Verkehrsteilnehmer durch das Verhalten eines Radfahrers schwer zu Schaden oder
sogar zum Tode gekommen ist. Im Gegensatz dazu sind allein über die Ostertage in Österreich 7 Verkehrstote zu beklagen gewesen. Und zwar ausschliefllich durch Autos und Motorräder.
Anstatt sich also über das Verhalten von manchen RadfahrerInnen aufzuregen, sollte wesentlich mehr Augenmerk auf die Errichtung von Radwegen und die „radgerechte“ Ausgestaltung unserer Städte gelegt werden.

Martin Hauser
6068 Mils

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Spange 2.0: Überraschende Standpunkte

Rekordverdächtig gut besucht war das Informationstreffen zur Haller Verkehrsentlastung am vergangenen Dienstag im Kurhaus Hall. Parkett und Balkone waren durchgängig besetzt, eine Resonanz, die sich die Veranstalter nicht erwartet hatten. Die Beteiligung von Milser und Haller Bürgern hielt sich dabei grob die Waage.

Nachdem in der Vergangenheit Vorschläge und auch einige Verbesserungen zu Öffis und Ragnitz diskutiert und teils auch umgesetzt werden konnten, standen nun – wie schon 2015 – Verbesserungen für den motorisierten Individualverkehr  im Fokus. Vorgestellt wurden vier Varianten ausschließlich zur Entlastung der Ost-Westachse des Unteren Stadtplatzes, von denen drei neue oder teils bekannte Autobahnanschlussvarianten betrafen, eine jedoch eine generelle Optimierung des bestehenden Straßennetzes einschließlich Öffis und Radwegen.

Nach der Präsentation wurde in Kleingruppen die Varianten bewertet, wobei nach Zustimmung und Ablehnung, jedoch auch nach den Gründen dafür und nach Themen, die nicht in den Präsentationen behandelt worden waren, gefragt wurde.

Unter den vorgestellten Varianten wurde die Bestandsoptimierung und  ein möglicher Autobahnanschluss beim Gewerbegebiet Mils  am meisten favorisiert. Die bereits 2015 und hier nochmals präsentierte Variante eines Autobahnanschlusses zwischen Hall und  Mils wurde komplett abgelehnt.

Klimaschutz und geringer Flächenverbrauch, jedoch auch eine Entlastung der Haller vom PKW-Verkehr waren den Teilnehmern die vorrangigsten Anliegen; als nicht von den Planern behandelte Themen wurden der S-Bahn- und Öffi-Ausbau genannt. 

Resümee: Überraschend war die breite Zustimmung zu einer „Politik der kleinen Schritte“ durch konservative und flächenschonende Optimierung des Bestandsnetzes. Von vielen als antiquiert und ineffizient wahrgenommen wurde dabei die Ampelsteuerung am HotSpot Unterer Stadtplatz: dass dort auch im Jahr 2019 noch keine entsprechend dem Verkehrsaufkommen geregelte Anlage existiert, jedoch ernsthaft über eine Straßenplanung im mittleren zweistelligen Millionenbereich gesprochen wird, um genau diese Kreuzung zu entlasten, traf bei vielen auf völliges Unverständnis. Ebenfalls befremdlich für viele, dass der Großteils des Verkehrs am Unteren Stadtplatz auf der Nord-Süd-Achse fließt, jedoch mögliche Verbesserungen im Bereich Absam/ Hall Nord komplett unerwähnt blieben. Bezeichnend war auch, dass zwar die Asfinag vertreten war, jedoch mit keinem Wort seitens der Planer eine Verbesserung des S-Bahnanschlusses erwähnt wurde. Entsprechend fehlten auch Vertreter der ÖBB gänzlich. Sieht so eine zukunftsorientierte Verkehrsplanung aus ?

Im September soll eine weitere Runde folgen. Die Ergebnisse dieses ersten Treffens sollen dort einfließen. Es ist jeder Bürger aufgerufen, dies aufmerksam und kritisch zu verfolgen.

 

Spange 2.0 : Kurhaus Hall, 9.4. 19 Uhr

Am kommenden Dienstag findet die Präsentation der inzwischen untersuchten Alternativen  zur 2016 gescheiterten Spange Hall-Ost statt. Scheinbar ist es bereits ausgemachte Sache, dass bis Ende des Jahres eine Lösung beschlossen werden soll, zumindest lt. Krone.

Dort wird ein Schreckensszenario gemalt mit „in Spitzentagen 40.000 Fahrzeugen, davon am unteren Stadtplatz 20.000“. Was diese Spitzentage sind, wurde nicht berichtet. Allerdings kommt es immer dann zu massiven Verkehrsproblemen, wenn der Verkehr auf der Autobahn zusammenbricht und die Bundesstraße entsprechend belastet wird. Dabei hilft eine Spange dann allerdings auch nicht. An „normalen Tagen“ , z.B. am letzten Donnerstag, 4.4. 08:00 Uhr ist am unteren Stadtplatz jedoch nicht einmal ein kleiner Stau zu erkennen.

Stadtplatz_4.4_8 Uhr

 

Tatsache ist, dass der so stark favorisierte dritte Autobahnanschluss in Hall den Verkehr aus zwei Dörfern, nämlich Mils und Volders mit insgesamt 9.000 Einwohnern aufnehmen soll. Wollte man diesen Schlüssel (pro 9.000 Einwohner ein Autobahnanschluss) auf Innsbruck umlegen, müsste man 10 neue Anschlüsse dort bauen, bevor man auch nur an Hall denken könnte. Gerade diese beiden Dörfer verfügen im Übrigen über keinen sinnvollen Anschluß an die S-Bahn, Mils nur über eine lückenhafte und schlecht funktionierende Busanbindung.

Die Spange – der Versuch, die verfehlte Verkehrspolitik im Raum Hall  mit den gescheiterten Mitteln der Vergangenheit zu potenzieren! Wir brauchen eine nachhaltige Politik, die wirkliche Lösungen für den Klimakiller Verkehr schafft, keine Scheinlösungen, die unsere Zukunft zerstören!

Workshop: Mils weiterbauen

Am Samstag 6. und Sonntag 7. April wird ein Workshop im Rahmen der Initiative zur Dorfgestaltung durchgeführt, siehe hier bitte den entsprechenden Auszug aus dem Dorfblatt. Es sind noch einige Plätze frei, die Veranstalter würden sich über weitere Teilnehmer freuen.

Mils weiterbauen

Praxistest zum regionalen Radkonzept: Beradlung durch Alltagsradler

Bereits übermorgen, am Donnerstag den 21.3. findet folgende, von Klaus Allin organisierte Veranstaltung statt:

Liebe Radler und Radlerinnen aus unserer Region!

Die Präsentation des  geplanten regionalen Radwegenetzes am 5. Februar in Hall hat mich angeregt eine regionale BERADELUNG  mit bekannten Radlern und interessierten Bürgern aus unserer Region zu machen. Damit möchte ich die Stärken und Schwächen bzw. Ergänzungen der geplanten Routen aus der Sicht von Bürgern die bisher wenig oder noch nicht im Alltag mit dem Rad unterwegs sind erfahren. Im Austausch mit euch möchte ich erfahren und  diskutieren was zur Attraktivität der Radmobilität in unserer Region noch gut geeignet wäre. 

Deshalb lade ich euch zu einem Planungstreffen am Do 21.3. um 19:30 im Gasthof Bogner, Absam ein. Die Beradlung sollte Anfang Mai dann durchgeführt werden.
Bitte um Rückmeldung ob ihr euch zu diesem Termin Zeit nehmen könnt bzw. eure Ideen und Anregungen für die geplante Beradelung.

lieben Gruß

Klaus

5.2. und 9.4.: Präsentation Radkonzept und Startschuss Spange Hall-Ost 2.0

Wie in der Presse zu lesen war, ist am 5.2. eine Informationsveranstaltungen zum Thema Radkonzept in Hall geplant. Nachdem wir in der Anfangsphase in die Bedarfsfeststellung eingebunden waren, haben wir leider seitens der Milser Gemeindeführung danach nichts mehr gehört. Offenbar wird ein Rad-Highway ab der Kaiser-Max-Straße nach Innsbruck auf halber Höhe zwischen Bundesstraße und Dörferstraße geplant – was prinzipiell natürlich sehr zu begrüßen ist, über die Anbindung von Milser Seite aus ist jedoch nichts bekannt. Wir sind daher gespannt, ob die Radanbindung nach Hall für Milser tatsächlich verbessert wird.

Am 9.4. soll der Startschuss zur Bürgereinbindung bei der Planung der Spange Hall-Ost fallen. Durch die Einbeziehung der Bürger soll eine verbesserte Akzeptanz und damit Zustimmung zur Spange erreicht werden. Was sich seit dem Aus für die Spange 2015 nicht geändert hat, sind die Fakten:

  • ein geplanter Autobahnanschluss für genau zwei Dörfer, nämlich Mils und Volders mit insgesamt 8600 Einwohnern. Wollte man diesen Schlüssel auf Innsbruck umlegen, wären dort weitere 10 Anschlüsse nötig, bevor man an einen Anschluss Hall Ost überhaupt denken könnte, bzw. 93 Anschlüsse in Tirol entlang der Verbindung Kufstein- St. Anton, das bedeutet Anschlüsse im Abstand von 1,8 km
  • eine noch immer vollkommen ungeeignete Ampelschaltung an der Kreuzung am unteren Stadtplatz, die ( morgens für eine halbe Stunde) einen 500 m langen Rückstau in die Ost-Richtung verursacht, während nach Westen keine 50 m Stau entstehen.
  • Baukosten in Höhe von geschätzten 35, realistischerweise 50 Mio € für ein Bauwerk, das den Individualverkehr weiter fördern wird und damit im krassen Widerspruch zu Österreichs Zielen zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor steht. Der Verkehrssektor hat seinen Energieverbrauch seit 1990 fast verdoppelt und schädigt zudem die öffentliche Gesundheit massiv durch Abgase und Lärm.

Auch auf diesen Termin sind wir gespannt.

Bgm. Peter Hanser tritt für bessere Busverbindungen ein

Vier engagierte Milser Mobile trafen sich Anfang Dezember mit Bgm. Peter Hanser, um eine Verbesserung der Busverbindungen zu erreichen. Leider ist der 5er oft verspätet, so dass Anschlüsse nach Innsbruck und ins Unterland nicht erreicht werden können. Offenbar wurde bereits aus Hall ähnliche Kritik an die dortige Bürgermeisterin herangetragen. Peter Hanser hatte ein offenes Ohr für unsere Kritik und versprach, sich gemeinsam mit Hall beim VVT für Verbesserungen einzusetzen. Nach seinen Informationen seien diese nicht erst zum nächsten  Fahrplanwechsel im Halbjahr, sondern bereits im März möglich. Offenbar wird auch bereits von Haller Seite aus an einem neuen Buskonzept gearbeitet, wie aus Kreisen des VVT zu erfahren war.

Gefreut hat uns ausserdem, dass das heuer angelaufenen e-car sharing Angebot E-Mils sehr gut angenommen wird – offenbar sogar viel besser als in vergleichbaren Projekten andernorts !

Mils Mobil sprach sich ausserdem einstimmig für die Installierung einer dynamischen Fahrplananzeige in der Dorfmitte aus. Diese Anzeigen sind in Tirol weit verbreitet, inzwischen auch in weit ruhigeren Gegenden als in der Region Hall, so z.B. im hinteren Ötztal.

Neues vom Unteren Stadtplatz ?

Wie von vielen aufmerksamen Verkehrsteilnehmern und auch von uns schon bemerkt, muss die Ampelsteuerung am Unteren Stadtplatz als vollkommen ungeeignet für die Verkehrssituation bezeichnet werden. Während von Richtung Westen kaum Fahrzeuge die Kreuzung überqueren und die Staulänge auch zu Stoßzeiten kaum einmal 10 Fahrzeuge überschreitet, staut es sich von Osten her teilweise bis zum Alten Zoll. Gerade dieser Stau ist aber der einzige Grund für das 50-Millionen-Projekt „Spange Hall Ost“.

Auffallend ist, dass das große Verkehrsaufkommen von Osten her, und hier insbesondere die Linksabbieger Richtung Autobahn, genau gleich lange Grünphasen sieht wie das geringe Aufkommen von Westen. So passieren pro Grünphase gerade einmal vier Pkw die Kreuzung Richtung Autobahn, der Rückstau blockiert die Richtung geradeaus. Die einfachste Abhilfe in den Augen vieler Beobachter wäre eine Verlängerung der Grünphase für den Verkehr aus Osten zu Lasten der wenigen Fahrzeuge von Westen. Bei der Planung der Spange bisher wurde diese Option  niemals  erwähnt, vielmehr war die Auskunft der Planer, dass die Kreuzung schon „ausoptimiert“ sei – eine schwer nachvollziehbare Behauptung, nicht nur aus oben genanntem Grund, sondern auch, weil die Ampelanlage nicht wie heute üblich automatisch nach aktueller Verkehrssituation geregelt ist, sondern Rot- und Grünphasen unabhängig vom Verkehrsaufkommen tagein- tagaus gleich sind.

Inzwischen kann man jedoch eine Veränderung an der Ampelanlage bemerken: für die Linksabbieger aus Richtung Osten gibt es links neben dem Über-Kopf-Anzeiger einen grünen Pfeil. Dass auch die Grünphase verlängert wurde, konnten wir nicht bemerken, aber vielleicht ist das doch das erste Anzeichen für ein Nachdenken über eine effizientere Ampelregelung – wir sind gespannt !

 

UntStadtplatz_Ampel

 

coole E-Mils Nissan Leafs

Vielleicht hat schon jemand die neuen schwarzen Nissan Leafs gesehen, die als car-sharing Autos mit Nummernschild IL-EMILS 1 oder 2  in Mils unterwegs sind. Nach Aussage von Clemens Schumacher startet das car-sharing im Juni, wir sind sehr gespannt!

Am 1. Maifest konnten wir ein baugleiches Modell  probefahren: ein vollkommen neues Fahrgefühl ! Viel Platz, genug für fünf Personen, anständige Leistung und ein Gaspedal, mit dem man auch sanft bremsen kann- optimale Voraussetzungen für einen kultigen start ins car-sharing in Mils. Entsprechend hat man auch schon von mehreren Familien gehört, dass sie mit diesem Angebot endlich auf ein Zweit-Auto verzichten können ! Danke, Mils, bravo und weiter so !